Denk mal nach ... 100 Jahre Kieler Matrosenaufstand

Wir freuen uns sehr Ihnen unser neues Geschichtsprojekt vorstellen zu können, das den Professor Miethke-Förderpreis 2018 der Schleswig-Holsteinischen Universitäts-Gesellschaft (SHUG) erhalten hat.

In der folgenden Anlage finden Sie eine Zusammenfassung (pdf) unserer Ausstellung inklusive einer englischen Übersetzung.

Viel Spaß und beste Grüße

Ihre

12g

 

Geschichte oder: Was geht mich die Vergangenheit an?

Das Fach Geschichte wird an der Humboldt-Schule ab der fünften Klasse durchgehend in allen Klassenstufen unterrichtet. In der Unter- und Mittelstufe (fünfte bis neunte Klasse) werden die Grundlagen für ein historisches Bewusstsein gelegt, die Schülerinnen und Schüler sollen neugierig auf das Leben früherer Epochen innerhalb und außerhalb Europas werden.

Ob das alte Ägypten mit Pyramiden, die alten Griechen, Ritter, Mönche und Kaiser, ein Sonnenkönig, Revolutionäre oder Propaganda-Analyse des 20. Jahrhunderts: Wir erkennen, dass das Leben und die Politik aus früheren Zeiten uns beeinflusst und wir auch dazu Stellung beziehen müssen. Dass es neben Zahlen und Fakten nicht "die" Geschichte gibt, sondern diese immer auch eine Frage der Perspektive des Betrachters ist, lernen die Schülerinnen und Schüler im Unterricht.

Materialanalyse mit Texten, Bildern und Daten schulen methodische Fähigkeiten und den sensiblen Umgang mit Informationsquellen. Exkursionen und die Geschichte "vor Ort" begleiten den Unterricht in der Schule.

In der Oberstufe (10 bis 12. Klasse, bis 2016 auch 13. Klasse) bildet das Fach Geschichte als Profilfach einen Schwerpunkt, ferner ergänzt es die Profilfächer anderer Fächerprofile. Der Geschichtsunterricht der Oberstufe setzt mit einer verstärkten Problemorientierung an: prägendes Gedankengut einer Epoche, ideengeschichtliche Tendenzen, Massenbewegungen, politische Analyse und auch epochenübergreifende Herangehensweise mit Gegenwartsbezug gehören zum Werkzeug der Lerngruppen in der Oberstufe.

Für den Unterricht kann auf die moderne und umfangreiche Ausstattung der Schule zurückgegriffen werden: Computer, Beamer, Smartboards und DVD-Geräte stehen in mehreren Räumen zur Verfügung, aber auch eine umfangreiche Kartensammlung ermöglicht einen anschaulichen Unterricht.

Das Fach Geschichte unterrichten Frau Vollbehr, Herr Ehrig, Herr Dr. Erdmann, Frau Maas, Herr Peters und Herr Raschke. Fachvorsitzender ist Herr Ehrig.

 

 

Fahrt zur KZ-Gedenkstätte Neuengamme für den 9. Jahrgang

Kurz  vor dem Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus haben alle Schülerinnen und Schüler des gesamten 9. Jahrgangs die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Neuengamme besucht und bei einem Rundgang mit GedenkstättenpädagogInnen das weiträumige Gelände des ehemaligen Arbeitslagers erkundet. Insbesondere die Einzelschicksale der jüdischen Inhaftierten wie der ausländischen Kriegsgefangenen berührten die Schülerinnen und Schüler. Aber auch die Tatsache, dass nach Ende des Zweiten Weltkrieges von den etlichen SS-Bediensteten nur ein kleiner Bruchteil für die in Neuengamme begangenen Verbrechen gerichtlich belangt wurde, schockierte etliche. All dies wird in den nachfolgenden Geschichtsstunden aufgegriffen und vertieft werden.

Coventry-Theateraufführung für Frieden und Aussöhnung

Mit eindrücklichen Bildern erinnerten die Schauspielerinnen und Schauspieler des Belgrade-Theaters in Coventry an die Zerstörung der englischen Stadt durch deutsche Bomber am 14.11.1940 während des Zweiten Weltkrieges. Die Schülerinnen und Schüler des Q1- und Q2-Jahrgangs sahen sich in der Aula eine Aufnahme von der Inszenierung dieses Stückes "One Night in November" von 2013 auf Englisch an. Zu Beginn hatte unsere Schulleiterin Frau Vollbehr sowie der Städtpräsident Herr Tovar, der erst am vorherigen Tag von den Gedenkveranstaltungen in Coventry zurückgekehrt war, die Oberstufenschülerinnen und -schüler begrüßt. Danach erläuterte der Historiker Timo Erlenbusch die historischen Zusammenhänge für den sogenannten Coventry-Blitz. Dabei wertete er angesichts der Kriegsgreuel die schon 1947 begonnene Städtefreundschaft zwischen Kiel und der englischen Industriestadt als ein historisches Wunder. Die Stadt Coventry schenkte jedem Lernenden eine sogenannte Remembrance Poppy, eine gebastelte Mohnblume zum Gedenken an die Opfer des Krieges, die in Großbritannien Ende November jedes Jahr von etlichen Briten getragen wird.

Förderpreis beim Geschichtswettbewerb

Im Rahmen des Geschichtswettberwerbes des Bundesdpräsidenten haben Maria El A., Julia B., Kim S. und Julia T. aus dem 11. Jahrgang einen von 14 begehrten Förderpreisen auf Landesebene erhalten! Ausgezeichnet wurde ihre intensive und mühselige Recherchearbeit über "Die geschichtliche Entwicklung einer Mormonengemeinde in Kiel". Der alles zwei Jahre von der Körber-Stiftung ausgelobte Wettbewerb auf fast schon geschichtswissenschaftlichem Niveau hatte dieses Jahr das Thema "Gott und die Welt. Religion macht Geschichte" - passend zum Lutherjahr. Bei der Preisverleihung im Kieler Landtag nächsten Monat wünschen wir Ihnen viel Freude! Neben dieser Vierergruppe haben ebensfalls 5 weitere Gruppen aus dem 11.  Jahrgang engagiert regionalgeschichtliche Beiträge vom veränderten Religionsunterricht in der NS-Zeit über Zeitzeugeninterviews zum Widerstand gegen die Euthanasie bzw. zur Bedeutung der Religion für die in der Sowjetunion gefangenen deutschen Soldaten nach dem 2. Weltkrieg bis zu einem selbst verfassten Roman über das Schicksal Kieler Juden eingereicht.

Inszenierung "Sophie / Clara" im Werftparktheater

Ausgehend von der Faszination für Hitler und ihrem Eintritt in den BDM entwickelt sich ihr Leben gesgensätzlich: Auf der einen Seite Sophie (Scholl) zu einer Widerstandskämpferin und auf der anderen Seite Clara zu einer prototypischen NS-Anhängerin bis zur letzten Stunde. Auf Anregung einer Schülerin des 9. Jahrgangs, die selbst am Werftparktheater mitwirkt, besuchten ihre Jahrgangskameradinnen  und -kameraden das Theaterstück "Sophie/Clara", in dem sowohl Zeitdokumente als auch das Buch »Glaube.Führer.Hoffnung.« von Jan Peter und Susanne Wiborg eindrücklich verabreitet werden.

Projekt März 2016: "Wie wirkt Propaganda?"

Blick auf die AusstellungEinige Klassen der Oberstufe analyisierten im Unterricht Propagandamittel und -strategien der beiden deutschen Diktaturen im letzten Jahrhundert. Ganz besonders der F. W. Murnau-Stiftung möchten wir für die großzügige Unterstützung danken, die uns ansonsten nur schwer zugängliche filmische Originaldokumente freundlicherweise einsehen ließ. Dabei sind diese Propagandarelikte teilweise so subtil und immer noch ansprechend gestaltet, dass einige Lernende nach eigener Aussage im Zuge dieses Projekts besser nachvollziehen können, "wie verführerisch Propaganda eingesetzt werden kann", aber auch "wie man diese besser durchschaut". Betrachtungen über heutige, islamistische Propagandaformen rundeten das erkennisreiche Projekt ab. 

Informative Ausstellung aus Polen zum Kalten Krieg

Blick auf die AusstellungDie Abiturklassen Q2np, Q2s1 und Q2s2 haben eine überaus informationsreiche Ausstellung des polnischen Instituts für nationales Gedenken im Legienhof besucht. Herr Binge, unser Lehrer mit besten Kontakten zu unserem östlichen Nachbarland, hat uns auf die Gelegenheit hingewiesen, diesen fascettenreichen Abschnitt der Geschichte mal aus der Perspektive hinter dem Eisernen Vorhang zu betrachten. Die AbiturientInnen erweiterten hierbei nicht nur ihr Wissen, sondern setzten sich auch kritisch mit dem Ausstellungskonzept auseinander. 

Besuch des 9. Jahrgangs in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Wie in fast jedem Jahr besuchte der derzeitige 9. Jahrgang die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme nahe Hamburg. Zwar war die Besichtigung mit kompetenter Führung Monate vorher im Unterricht zum Nationalsozialismus und Holocaust vorbereitet worden, dennoch erschütterten die schiere Größe des Arbeitslagers und die bewegenden Erzählungen vom entbehrungsreichen Lageralltag der KZ-Insassen. Dazu gehörte die Arbeit im stickigen Ziegelwerk oder beim Torfstehen im klammen und feuchten Morast. Unglaublich: in unmittelbarer Nähe zum Lager und all seinem Elend lebte die Familie des Lagerkommandanten, gut behütet und unbeschwert. In einer der Ausstellungsräume war zu entdecken, dass dereinst auch in Kiel ein Außenlager von Neuengamme bestanden hatte. Nicht nur dadurch rückten an diesem Tag die Themen Judenverfolgung und Zwangsarbeit sowie Einsatz für Demokratie und Toleranz in beklemmende Nähe, wie noch nie zuvor!

Marlene Dietrich in der Humboldt-Schule zu Gast

Kerstin Thomsen in Marlene-Dietrich-Pose und Iliane Sauer am KlavierAm 28. Mai 2015 war die Sängerin Kerstin Thomsen bei uns zu Gast, welche die Klassen Q1gg, Q1gw und Q1ae in die "Goldenen Zwanziger" enführte und Chansons von Marlene Dietrich interpretierte. Die Kollegin Iliane Sauer fuchste sich in die nicht einfachen Musikstücke, unter anderem von Friedrich Hollaender, ein und bot mit Frau Thomsen einen beeindruckenden musikalischen Einblick in eine Zeit in Deutschland, als viele Menschen "auf dem Vulkan tanzten" und sich scheinbar sichere Werte aus der Kaiserzeit radikal wandelten. Der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz, denn ein Flirten mit dem Publikum war natürlich mit von der Partie. 

Ausstellung zu alten Abiturarbeiten in Sütterlin-Schrift im Mai 2015

Abiturarbeiten in SütterlinschriftNicht viele Schulen in Deutschland können ein eigenes Archiv mit Schülerarbeiten und –dokumenten vorweisen. Als Einblick in diesen Fundus hat sich die Profilklasse Q1g zusammen mit Herrn Dr. Erdmann Abiturarbeiten aus der ersten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts durchgesehen. Die Arbeit mit Originalquellen war dabei Besonderheit und Herausforderung zugleich. Zuallererst mussten die Schülerinnen und Schüler die alte Sütterlin-Schrift entziffern, um die Texte ehemaliger Humboldt-Schüler aus der Zeit zwischen 1914 und 1941 lesen zu können. Ergebnis ihrer Forschungen war, dass sich obrigkeitsstaatliches Gedankengut früh und deutlich in den Aufsätzen der Abiturienten widerspiegelt. All dies haben sie im Mai 2015 in einer öffentlichen Ausstellung in den Räumen der Schule dokumentiert.

Teilnahme am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2015

Beiträge zur NS-Zeit, Flucht 1945 und DDRDie Geschichtsprofilklasse Eg nimmt 2015 mit drei Beiträgen am renommierten Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten teil. Das Thema des Wettbewerbes in diesem Jahr ist „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte“. Die drei Beiträge greifen Lebenslinien und Schicksale aus der eigenen Familiengeschichte der Schülerinnen und Schüler oder aus dem Bekanntenkreis auf. So wurde der Großvater eines Schülers während der NS-Zeit in der Gestapo-Zentrale in der Kieler Düppelstraße gefoltert, weil er sich mutig geweigert hatte, der HJ beizutreten. Glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass er fliehen und sich gerade in Kiel auftretenden Zirkusleuten anschließen konnte, die ihm auf dem Weg in die Schweiz Unterschlupf gewährten. Bei einem anderen Wettbewerbsbeitrag befragen die Lernenden in einem Zeitzeugeninterview den jetzigen Nachbarn einer Mitschülerin. Dieser hatte als Gastwirt in der DDR durch seine Reisepläne nach Japan den Argwohn der Stasi heraufbeschworen. Erst beim zweiten Fluchtversuch konnte er zusammen mit seiner Frau der Enge und Unterdrückung der DDR entfliehen. Zu guter Letzt handelt der dritte Beitrag von den Flüchtlingen nach 1945 und ihrer Stellung als Außenseiter in der Gesellschaft der Besatzungszeit und frühen Bundesrepublik. Erkenntnisreiche und spannende Recherchen stehen bevor.

Historiker zu Gast in der Schule im Januar 2015

Antike Münze, mittelalterliches Wappen, WahlplakatEinen Einblick, wie Geschichtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler forschen, erhielten die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs an einem Fachtag im Januar 2015. Frau Mau und Herr Peters hatten hierzu die Geschichtsprofessoren Andreas Luther, Harm von Seggern und Martin Krieger in die Schule eingeladen und das Programm für den Historikertag erarbeitet. Die drei Historiker brachten den Schülerinnen und Schülern Quellen ihrer jeweiligen Fachbereiche mit, welche im alltäglichen Geschichtsunterricht auf eine derart anschauliche Art und Weise nicht behandelt werden können, wie antike Münzen, mittelalterliche Wappen und zeitgeschichtliche Wahlplakate. Übergreifendes Thema war das Begriffspaar Herrschaftsanspruch und Regierung. Nach den Workshops zu den einzelnen Quellen und Themenschwerpunkten kam es abschließend in der Aula zu einer lebhaften Diskussion zwischen den Forschern und den Jugendlichen.

Legionäre erobern den Unterricht

Historische Gruppe „Legio XXI Rapax“ bot Humboldt-Schülern Antikes zum Anfassen

Robuste Legionäre statt Lehrer: Da staunten die Fünftklässler der Humboldt-Schule gestern nicht schlecht. Gleich nach den Ferien hagelte es in der Aula lateinische Worte, es ging um römische Tugenden, Gladiatoren und deren Waffen. Kurzum: Die historische Gruppe „Legio XXI Rapax“ war zu Besuch und lieferte Antikes zum Anfassen.

Legionäre1Legionäre3