Schularchiv

Die Humboldt-Schule ist eine traditionsreiche Schule mit 150- jähriger wechselvoller Vergangenheit. Diese zu dokumentieren, sie unseren Schülerinnen und Schülern zugänglich zu machen und Traditionen zu pflegen, ist Aufgabe des Schularchivs. Schulbücher, Examensarbeiten, Klassenbücher, Sonderveröffentlichungen, Dokumente, Abiturklausuren, viele alte Sammlungsgegenstände usw.  veranschaulichen die historische Entwicklung unserer Schule und sind den heutigen Schülerinnen und Schülern hilfreich, über sich selbst und ihre eigene Schulzeit nachzudenken. Nur wenn wir wissen, wo wir herkommen, können wir klare Zielvorstellungen entwickeln.

Geschichte der Humboldt-Schule

Am 21. Oktober 1861 begann die "Höhere Knaben-Bürger-Schule" in Kiel ihre Arbeit. Im Mittelpunkt des Unterrichts standen die Naturwissenschaften und die modernen Fremdsprachen. Ob danach als "Oberrealschule" (1880) , als "Reform-Realgymnasium" (1897), als "Admiral-Graf-Spee-Schule" (1937) oder seit 1947 als "Humboldt-Schule" - stets genügte sie dem Anspruch, Kinder aller Bevölkerungsschichten zu bilden und zu erziehen.

150 Jahre Schulgeschichte haben Spuren hinterlassen, blättern Sie in unserem Archiv ...

Unser Schularchiv in der Presse

Frau Karina Dreyer von den KIELER NACHRICHTEN  schrieb am 21. Oktober 2011 über unser Archiv:

Der Buchstabe „M“ hütet noch sein Geheimnis

Mittelstufenleiter Klaus Siewert betreut das Archiv der Humboldt-Schule

Kiel. Historie findet sich in der Humboldt-Schule nicht nur in den Büchern, auch auf dem Dachboden und im eigenen Archiv hat sich in 150 Jahren reichlich Geschichte angesammelt. Mittelstufenleiter Klaus Siewert hütet die Schätze der Vergangenheit unter denen sich neben uralten Abiturklausuren auch eine vor langer Zeit geleerte Flasche Bier befindet.

Nur wenige Schulen bergen solche historischen Schätze, einen ganzen Raum, bis an die Decke, füllen sie im heutigen Gymnasium. Bevor die Höhere Knabenbürgerschule 1877 vom Buchwaldtschen Hof am Kleinen Kiel in den Neubau am Knooper Weg umzog,  wurde 1875 die erste Reifeprüfung absolviert. „Auf dem Dachboden befinden sich sämtliche Abitur-Klausuren seit dieser Zeit“ erklärt Klaus Siewert. Für ehemalige Schüler steigt er auf den unter Verschluss gehaltenen Dachboden, sucht Klausuren raus und kopiert sie. So auch für den Sohn von Jochen Steffen (SPD), bekannt auch unter „Der rote Jochen“ (1922 bis 1987), der einst Humboldt-Schüler war, als das Gymnasium noch Oberschule neuer Art war und Admiral-Graf-Spee-Schule genannt wurde. „Da haben wir die Abiturzulassung gefunden, den Ariernachweis und Stammbaum“ erinnert er. Allzu oft möchte Siewert nicht auf den Dachboden steigen und wenn, nur gegen Gebühr: „Denn das ist mit sehr viel Arbeit verbunden“, sagt er.

Gern hingegen verweilt der Lehrer im Archiv, das er wohl sortiert von seinem Vorgänder Dr. Jürgen Plöger übernommen hat, der 1986 die Geschichte der Humboldt-Schule in einem Buch festhielt. An den Wänden hängen Bildnisse ehemaliger Direktoren, in Ordnern fein sortiert schlummern Urkunden, Schwarz-Weiß-Fotos von Abiturienten oder vom Kollegium, Schriftverkehr, Artikel, Baupläne, Rechnungen über das Stimmen eines Flügels, sowie fein säuberlich geschriebene Einladungen zum Kaisergeburtstag oder zur Sedanfeier 1905, bei der der Schlacht von Sedan 1870 gedacht wurde. „Vieles bekommen wir aus Nachlässen ehemaliger Schüler“ erklärt Siewert. Und das braucht seine Zeit, gesichtet und archiviert zu werden. Jüngst ist im rahmen der 150-jahr-Feier der Humboldt-Schule eine Festschrift entstanden, die viel aus dem Archiv erzählt und zeigt.

Darin wird auch über Hausmeister Peter Hansen berichtet, der 1956 das Bundesverdienstkreuz bekam, weil er nicht nur einen Brand in der Schule mit der Feuerklatsche löschte, sondern weil er sich um das Schulgebäude nach 1945 einsetzte, die Klassenräume mitsamt der Schulbänke wieder herrichtete, aus Resten Türen baute und Fenster mit Glaspapier  vernagelte, alles in mühevoller Eigenarbeit. Zudem soll er vorbildlich auf die Disziplin der Schüler eingewirkt haben.

Doch es sind nicht nur die Klausuren, und Geschichten, die das Archiv offenbart. In der Vitrinen liegen alte Schulmützen von 1885, Staffelstäbe nebst Geschenken von Partnerschulen. Aber auch eine Bierflasche der 1888 gegründeten Kieler Brauerei Hans Horn. „Als in den 90er Jahren die Cafeteria gebaut wurde, fanden  wir die Bierflasche in einem Mauerdurchbruch eingemauert“, beschreibt Siewert. Oder vor drei Jahren erst, als der Hohlraum unter der Kellertreppe sein Geheimnis lüftete: Mitten im Müll von gestern fanden wir Schilder von Klassenräumen“, so Siewert. Was allerdings der Buchstabe M hinter der ersten Vorklasse zu bedeuten hat, konnte noch nicht geklärt werden.

Immer wieder freut sich Klaus Siewert über Nachlässe und andere Möglichkeiten, die Geschichte der Humboldt-Schule zu vervollständigen. Dass er so viel Zeit im Archiv verbringt, erklärt er mit seiner großen Verbundenheit zur Schule, die er selbst schon besucht hat. Aber auch mit der großen Bedeutung der eigenen Wurzeln. „Wenn ich wissen möchte, wo ich hin will, muss ich wissen, woher ich komme“, fasst der Archivar aus Leidenschaft zusammen.