Seit vielen Jahren wird jetzt an der Humboldt-Schule mit der Methodenbox gearbeitet. Bis zur Obertertia sind alle Schülerinnen und Schüler mit fächerübergreifenden Methodenkenntnissen ausgestattet, um Lerninhalte selbstständig erarbeiten, dauerhaft speichern, flexibel anwenden und miteinander vernetzen zu können.
Das grundlegende Konzept sieht vor, dass die neuen
Sextanerinnen und Sextaner jeweils eine orangefarbene Basis-Mappe
erhalten, in der Tipps zur selbstständigen Arbeitsorganisation (z.B.
bei der Erledigung von Hausaufgaben oder in der Vorbereitung von
Klassenarbeiten) zu finden sind. Diese Methodik-Mappe wird in allen
Schuljahren der Sekundarstufe I, einem genauen Methoden-Curriculum
folgend, das in allen Klassenbüchern zu finden ist, kontinuierlich
erweitert und im Idealfall bis zum Abitur weitergeführt.
Gegenüber diesem Grundkonzept gibt es mittlerweile zwei Neuerungen:
Zum
einen wurde ein "Computer-Führerschein" in das Methoden-Curriculum
integriert, d.h. dass einer von fünf Bausteinen pro Schuljahr der
planvollen Erweiterung von Kenntnissen im Umgang mit dem PC gewidmet
ist. Von der Benutzung des Computerraums über den Umgang mit
Textverarbeitungs- und Präsentationsprogrammen bis hin zu
Recherche-Tipps für das Internet und Hinweisen zum kritischen Umgang
mit Internetquellen sollen auch in diesem Bereich Methodenkenntnisse
systematisch aufgebaut und erweitert werden.
Die zweite Neuerung
betrifft die gezielte Anbindung der Methodeneinführung an bestimmte
Fächer. Zu diesem Zweck hat das Kollegium der Humboldt-Schule das
Methodencurriculum in Augenschein genommen und aus der Perspektive der
eigenen Fächer sinnvolle Verknüpfungsmöglichkeiten vorgeschlagen. Damit
ist nicht nur vorgegeben, dass z.B. das Thema "Notizen" in der Quarta
im Oktober/November eines Schuljahres thematisiert werden sollte,
sondern auch, dass dies zunächst im Fach Geschichte geschehen soll und
dann nach einiger Zeit im Fach Erdkunde ebenfalls aufgegriffen wird.
Damit wird gewährleistet, dass nicht nur die Klassenlehrer, sondern
alle in einer Klasse unterrichtenden Kollegen an dem Aufbau einer
fächerübergreifenden Methodenkompetenz beteiligt sind.
Beide
Neuerungen fügen sich nahtlos in das Konzept der Methodenbox ein, in
dem vorgesehen ist, dass möglichst viele Fachlehrerinnen und Fachlehrer
den jeweiligen methodischen Aspekt in ihrem Fachunterricht aufgreifen.
Wenn z.B. "Visualisierung" auf dem Plan steht, sollten möglichst viele
der in der Klasse unterrichtenden Lehrer in dieser Zeit auf
Visualisierungsmöglichkeiten in ihrem Fach eingehen, sei es bei
Grammatik in Deutsch, Verfassungen in Geschichte, Pflanzenkunde in
Biologie oder Experimenten in Physik. Den Schülerinnen und Schülern
soll so die fächerübergreifende Gültigkeit der methodischen Fähigkeiten
deutlich werden. Diese erlangen zugleich einen höheren Grad an
Verbindlichkeit, wenn von unterschiedlichen Lehrkräften und in
verschiedenen Schuljahren darauf aufgebaut wird; der Baustein
"Mind-Mapping" kommt z.B. dreimal vor: in Sexta, Quinta und Obertertia,
jeweils mit erhöhtem Abstraktionsgrad.
Ein wichtiger Strang der
Methodenbox ist auch dem Bereich der Selbstkompetenz gewidmet und
thematisiert beispielsweise Aspekte wie Zeitmanagement, Lerntypen oder
Tipps für gelungene Präsentationen.
Den Schülerinnen und Schülern
wird somit ermöglicht, grundlegende methodische Fertigkeiten und
Fähigkeiten zu erwerben, planvoll zu erweitern und gezielt einzusetzen.
Sie übernehmen damit Verantwortung für den eigenen Lernprozess, indem
sie ihn bewusst gestalten, um in Einklang mit der eigenen
Individualität optimale Lernergebnisse zu erzielen.
Ilona Graf
