Latein als Kulturunterricht

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Ein Mensch ist nie nur Kind seiner Zeit, er ist immer das Produkt von Jahrtausenden.

Im Lateinunterricht lernt man die kulturelle Grundlage Deutschlands und Europas kennen. Die Schülerinnen und Schüler werden konfrontiert "mit dem Leben und Leiden von Personen und Völkern, schicksalhaften Ereignissen, großen Ideen, Wertkonflikten, kulturellen Initialleistungen, Glücks- und Welterklärungsmodellen" (Maier, Friedrich: Latein - ein Fach ohne Identität?, in: Forum Classicum 3/2011, S. 202).

Ein Beispiel: Wir leben in einer Demokratie. Die letzte stabile Demokratie vor der unseren war die im alten Rom. Nur wer weiß, wieso die römische Demokratie vor über 2000 Jahren zugrunde gegangen ist, kann erkennen, wenn unsere eigene Demokratie in Gefahr ist.

Noch ein Beispiel: Es gibt viele verschiedene Moralvorstellungen. Wie soll ein Mensch wissen, was richtig ist, wenn sich zwei Moralvorstellungen widersprechen? Die Antwort liegt in den Ursprüngen. Nur wer die großen Ethik-Systeme der Antike kennt, kann die neueren verstehen und beurteilen.

Ein letztes Beispiel: Die antiken Mythen, sind so oft rezipiert worden, dass sie teilweise fester Bestandteil unserer Sprache geworden sind. Jeder hat schon davon gehört, aber nur wer Latein hatte, kann die folgenden Fragen wirklich beantworten:

  • Was ist ein Ödipuskomplex?
  • Wieso ist die Achillesferse so verletzungsgefährdet?
  • Warum ist eine Sisyphusarbeit so quälend?

Und ein allerletztes Beispiel: Die antiken Helden sind Musterbeispiele für Tugend und menschliches Verhalten. Indem wir sie studieren, lernen wir uns selbst kennen. Nicht umsonst sind in den vergangenen Jahren Filme wie „Alexander der Große“ und „Troja“ so erfolgreich gewesen.

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