Geographie an der Humboldt-Schule

Der Unterricht des Faches Geographie in der Humboldt-Schule orientiert sich an den Bildungsstandards der Deutschen Gesellschaft für Geographie, denn geographische und geowissenschaftliche Phänomene und Prozesse, wie z.B. Globalisierung, Klimawandel, Naturkatastrophen, aber auch Bevölkerungsentwicklung, Migration, Disparitäten und Ressourcenkonflikte, prägen unser Leben und unsere Gesellschaft. Der Umgang mit diesen komplexen Entwicklungen erfordert eine Anpassung an bisherige Handlungsstrategien auf Grundlage fundierten Sachwissens und Problemlösungskompetenzen. Der spezielle Beitrag des Faches Geographie liegt in der Auseinandersetzung mit den Wechselbeziehungen zwischen Natur und Gesellschaft in Räumen verschiedener Art und Größe. Leitziele des Geographieunterrichts sind die Einsicht in die Zusammenhänge zwischen natürlichen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Aktivitäten in verschiedenen Räumen der Erde und eine darauf aufbauende raumbezogene Handlungskompetenz. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Geographie (Hrsg.) (2010): Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss; 6., durchgesehene Auflage)

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Der Einsatz moderner Medien sowie Unterricht an außerschulischen Lernorten sind Teil unserer pädagogischen Arbeit. Auch der Projektunterricht zeichnet unsere Arbeit aus. Hier sind z. B. Projekte zur Entwicklung der Hörn und Stadt der jungen Forscher (s.u.) zu nennen. Kooperationspartner sind u.a. das GEOMAR Helmholz-Zentrum für Ozeanforschung sowie die KiWi (Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs GmbH) . Regelmäßig laden wir Experten verschiedener Forschungsgebiete ein, um einen Einblick in wisschenschaftliches Arbeiten in der Wirtschaft oder an der Universität zu ermöglichen und den Lebensweltbezug zu stärken.

 

Fachschaftsmitglieder

Herr Blunck, Frau Czeromin, Frau Hermsen (Fachschaftsvorsitzende), Herr Kunau, Herr Pauleit, Frau Schmidtke

Projekte und Exkursionen

Leinen los! Klar zur Rohstoffwende!

So lautete das Motto der Lightcycle Rohstoffwoche, die vom 20. bis 23. April erneut in Kiel und an unserer Schule stattfand. Mit jeweils  zwei Schulstunden nahmen dieses Mal alle unsere 12. Klassen am 22. bzw. 23. April teil und begaben sich auf eine Rohstoffexpedition, welche als UN-Dekade-Projekt „Bildung zur nachhaltigen Entwicklung“ 2013/14 ausgezeichnet ist.

Ziel des Projekts ist es unter anderem, zu entdecken, welche Schätze in ausgedienten Elektrogeräten schlummern und wie entscheidend unser Konsumverhalten die Zukunft der Erde mitbestimmt. Sehr anschaulich war es, dass Rohstoffe wie beispielsweise Gold herumgereicht und aus der Nähe „begreifbar“ wurden. Auf unserer Reise sahen wir Livesatellitenbilder und verglichen sie mit Archivaufnahmen sowie Grafiken, sodass uns die globalen ökologischen und sozialen Folgen von Rohstoffabbau, -transport, -verarbeitung, -nutzung und –entsorgung vor Augen geführt wurden. Gemeinsam mit einem Naturwissenschaftler/Geographen von „Geoscopia Umweltbildung“ arbeiteten wir den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und den Folgen des wachsenden Hungers nach Rohstoffen heraus. Am Ende war die Botschaft klar: Re-think, Re-fuse, Re-duce, Re-use, Re-form, Re-act, Re-pair, Re-cycle!

 

Projekttag Energie

Am 4. und 5. Februar 2015 nahmen unsere 9. Klassen im Rahmen des Geographie-Unterrichts am Projekttag Energie mit dem Motto "Die Energiewende" teil. Folgende Fragen wurden am Projekttag behandelt: Was verstehen wir unter dem Begriff "Energiewende"? Welche erneuerbaren Energien gibt es? Wie funktioniert die dezentrale Energieversorgung? Was ist ein "Smart Grid"? Wie können wir Energie speichern? Anhand von Modellen, Grafiken und Experimenten haben sich die Klassen Antworten auf diese Fragen erarbeitet.

 

Projekt: „Lightcycle Rohstoffwoche in Kiel“

Im November fand in Kiel die „Lightcycle Rohstoffwoche“ statt, an der unsere Schule am 12. und 13. November mit vier Klassen, der 9a, 9b, 9c und 9d, im Rahmen des Geographie-Unterrichts teilnahm.

Die Bildungsinitiative, die vom Abfallwirtschaftsbetrieb Kiel und erfahrenen Umweltpädagogen der „Germanwatch Rohstoffexpedition“ unterstützt wird, beschäftigt sich mit Ressourcenschutz, Recycling und Kreislaufwirtschaft.

Im Geographie-Unterricht bereitete jede Klasse das Thema vor; während der Aktionswoche besuchte ein Umweltpädagoge bzw. Naturwissenschaftler uns in der Humboldt-Schule, um mit unseren Schülerinnen und Schülern auf eine spannende weltweite Spurensuche nach Rohstoffen zu gehen. Auf diese Weise stellten unsere Schülerinnen und Schüler den Zusammenhang zwischen unserem Lebensstil und den Folgen des wachsenden Hungers nach Rohstoffen her; das Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Herstellung von Mobiltelefonen gelegt.

Somit leistete die Teilnahme an dem Projekt einen großen Beitrag zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung, die mit viel Freude viele Augen geöffnet hat.

 

KieldenktZukunft

KieldenktZukunft – so lautete das Motto der ersten Veranstaltungsreihe der Stadt Kiel zum Thema Nachhaltigkeit. Das städtische Referat für Wissenschaft hatte im Rathaus Wissenschaftler aus sieben wissenschaftlichen Einrichtungen Kiels mit Schülerinnen und Schülern zusammengebracht. Teilgenommen hat auch die Humboldt-Schule.

Die Klasse 6c beschäftigte sich in Begleitung ihrer Klassenlehrerin Frau Hermsen am Mittwoch, 29. Oktober 2014, mit „Plastikmüll im Meer – ein Problem, das alle betrifft“. Das ozean:labor der Kieler Forschungswerkstatt gab den interessierten Jungforschern Einblicke in sein Programm. Dr. Katrin Knickmeier und Dr. Katrin Schöps, Expertinnen für Meeresbiologie des Exzellenzclusters Ozean der Zukunft, ermöglichten den Kindern  interessante Einblicke in die Lärm- und Plastikmüllverschmutzung der Weltmeere. Über das Problembewusstsein hinaus, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Möglichkeiten, durch ihr eigenes Konsumverhalten Plastikmüll zu verringern.

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 np nahmen am Schülerworkshop „Notoperation gegen den Klimawandel!“ teil. „Müssen wir mit Climate Engineering in das Klima eingreifen?“ lautete die spannende Fragestellung. Unter Anleitung des GEOMAR-Wissenschaftlers Martin Behrens wurde diskutiert, ob der Klimawandel mithilfe von gezielten Eingriffen in das Wettergeschehen zu beeinflussen wäre. In einem äußerst fesselnden Planspiel lernten die Teilnehmer abschließend, welchen entscheidenden Einfluss der Klimawandel auf die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung von Staaten nehmen kann.

 

Exkursion zum Bauernhof: Unterricht einmal anders

Kurz vor den Sommerferien hat die (damalige) 5b im Rahmen ihrer Unterrichtseinheit „Ohne Landwirtschaft geht es nicht“ im Geographie-Unterricht den Hof Kubitzberg in Altenholz besucht.

Vor Ort konnten wir nicht nur verschiedene Getreidesorten direkt am Feldrand kennenlernen, auch Gemüse wie z.B. Gurken haben wir in sämtlichen Entwicklungsstadien gesehen. Außerdem kennen wir jetzt den Unterschied zwischen konventioneller Landwirtschaft und einem Biobetrieb, der uns hier nämlich direkt vor Augen geführt wurde.

Neben Gänsen (ganz dicht im Stall) und Rindern (in weiter Ferne auf der Weide) bestaunten wir v.a. die im Freigehege lebenden Hühner – wir durften sie sogar füttern! Und manchmal pickte ein Huhn doch etwas weniger zaghaft, sodass ein gewisser Nervenkitzel stets dabei war.

 

Stadt der jungen Forscher: "Presentation of Business Location Kiel" - Fächerverbindende Unterrichtseinheit Englisch/Geographie

Die Oberstufenverordnung besagt, dass das Kernfach Englisch des Sprachlichen Profils in der 11.Jahrgangsstufe im zweiten Schulhalbjahr durch das Fach Geographie ergänzt werden soll. Aus diesem Grunde entwickelten die Fachschaften Englisch und Geographie gemeinsam eine Projektidee auf der Grundlage einer fächerverbindenden Unterrichtseinheit.

Im Rahmen des Förderwettbewerbs „Stadt der jungen Forscher 2011“ wurde deshalb das Projekt "Presentation of Business Location Kiel" - Fächerverbindende Unterrichtseinheit Englisch/Geographie mit der 11s durchgeführt. Exemplarischer thematischer Schwerpunkt war der Wirtschaftsstandort Kiel, den die Schüler einem ausländischen Publikum von wissenschaftlichen Kriterien geleitet, Power-Point-gestützt und in englischer Sprache präsentieren sollten.

Ziel war es, mit Hilfe von wissenschaftlichen Methoden/Strategien aus den Bereichen Wirtschaftsgeographie, Psychologie, Kommunikationsdesign eine englischsprachige Präsentation des Wirtschaftsstandortes Kiel zu erstellen. Alle dafür notwendigen Schritte sollten in einem Handbuch dokumentiert und evaluiert werden, wobei der englische Teil die ausformulierte Fassung des Vortrags und der deutsche, d.h. geographische Teil die Methodik enthalten sollte. Somit stellte vor wissenschaftlichem Hintergrund und Methodik das forschende Lernen den Schwerpunkt der Kooperation dar.

Zu Beginn der Grundlagen-Phase im Februar standen mehrere Seminare, die von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Vertretern der Wirtschaft geleitet wurden. Herr Professor Dr. Hassink, Wirtschaftsgeograph des Geographischen Instituts der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, erarbeitete mit den Schülerinnen und Schülern Standortfaktoren; Frau Rückert, Kommunikationsdesignerin der Muthesius-Kunsthochschule Kiel, leitete die Schülerinnen und Schüler bei der technischen Erstellung ihrer Präsentationen an; Frau Krebs vom Institut für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel warf mit der Klasse sowohl einen Blick auf den Vortragenden selbst, sodass Körpersprache und äußere Rahmenbedingungen Themen dieses Seminars wurden, als auch auf das Publikum. Bei der Planung ihrer Präsentation sollten die Schülerinnen und Schüler taktisch vorgehen, um jeglicher Zielgruppe ihren Bedürfnissen entsprechend adäquat begegnen zu können; dafür ist eine Typologisierung der Zuhörerschaft unabdingbar. Frau McGoodwin-Young half der Klasse schließlich als „native speaker“ bei den sprachlichen Feinheiten ihrer Präsentationen.

Die Japanisch-Lehrerin der Humboldt-Schule, Frau Bonn, brachte der Klasse japanische Umgangsformen und Kultur näher – dies geschah vor dem Hintergrund, dass eine Abordnung der 11s zur Partnerschule der Humboldt-Schule nach Kobe reisen und vor Vertretern der örtlichen Wirtschaft ihre Präsentationen vorführen sollten. Auf den geplanten Japan-Besuch musste dann aber leider aufgrund der äußeren Umstände verzichtet werden. Wir freuen uns jedoch, dass während des Schuljubiläums eine Delegation von japanischen Schülern und Schülerinnen uns besuchen wird und sowohl die japanischen Schüler ihre Präsentation über den Wirtschaftsstandort Kobe als auch die 11s die Gelegenheit haben werden, ihre Präsentationen zu halten.

Damit die Schüler praktische Beispiele solcher Wirtschaftspräsentationen vor Augen geführt bekamen, führte zum einen Herr Schmidt von der Stadt Kiel eine professionelle Präsentation des Wirtschaftsstandortes Kiel für ausländisches Publikum vor und analysierte sie anschließend gemeinsam mit der Klasse bzw. entwickelte Vorgehensweisen für die Schülerarbeiten. Herr Schmidt war im weiteren Unterrichtsverlauf zudem eine verlässliche und gewinnbringende Stütze, indem er als Experte die Präsentationen der 11s durch konstruktive Tipps und Vorschläge förderte.

Zum anderen präsentierte Herr Knudsen von „Business Kolding“, Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Kolding,der Klasse bei einer Kolding-Exkursion seine Stadt. Am 12. Mai diesen Jahres reiste nämlich die Klasse nach Dänemark und besuchte im Anschluss die Schule „Kolding Gymnasium“, wo eine Gruppe der 11s ihrerseits ihre Präsentation einem ausländischen Publikum präsentierte. Die Deutsch-Klasse von Herrn Togersen erwies sich als dankbares Publikum, das ihre deutschen Gäste nach diesem offiziellen Teil in der Mensa bewirtete und mit dem ein interkultureller Austausch u.a. über die verschiedenen Schulsysteme in Dänemark und Deutschland getätigt wurde.

Eindrucksvoller Abschluss des Unterrichts war am 26. Mai das Festival „Stadt der jungen Forscher“ mit allen teilnehmenden Schulen bzw. Projekten an der Kieler Hörn, wo sich unser Projekt bei traumhaftem Wetter in einer Pagode präsentierte und Einblicke in die Arbeit der letzten Monate bot. Am Abend schloss sich ein offizieller Empfang im Alten Ratssaal des Kieler Rathauses an, an dem eine Abordnung der Schülerinnen teil nahm und wo der Titel „Stadt der jungen Forscher“ für das Jahr 2012 in einer feierlichen Verleihung an Karlsruhe weitergereicht wurde.

Am nächsten Tag zeigte mit der Unterstützung durch die Anwesenheit der gesamten Klasse im Publikum eine Kleingruppe ihre Arbeit zudem noch im Wissenschaftszentrum, wo in Anlehnung an das Festival die bundesweite Fachtagung „Keine Angst vor Wissenschaft!“, die jedes Jahr gemeinsam von der Körber-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Deutschen Telekom Stiftung geplant und durchgeführt wird, stattfand. 

Nun, nach Abschluss des Projekts, und zu einem Zeitpunkt, an dem wir bereits unsere Handbücher aufgrund der großen Nachfrage nachdrucken mussten, können wir feststellen, dass das Projekt „Presentation of Business Location Kiel“ ausgesprochen erfolgreich verlaufen ist. Es war für alle Beteiligten eine arbeitsintensive Zeit, eine Zeit voller neuer Eindrücke, die Flexibilität und Kreativität forderte, aber eine Zeit, die wohl allen noch lange Zeit in Erinnerung bleiben wird. Die Vernetzung von Schule und Wissenschaft ermöglichte sowohl den Schülerinnen und Schüler als auch den Lehrerinnen nachhaltige Erfahrungen und Erkenntnisse ermöglicht, die auch in der Zukunft für alle nutzbar und nützlich sein werden.

Unser aller Dank gilt den Experten, die uns mit großem Engagement ihr Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfügung gestellt, aber uns auch mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben.

Dass wir überhaupt so viele Kontakte knüpfen konnten und so ruhig durch die bewegten Projektgewässer gelangen konnten, haben wir Herrn Mursch, unserem Ansprechpartner bei unserem Kooperationspartner aus der Wirtschaft, der KiWi GmbH, zu verdanken, der uns im Rahmen unserer Schulpartnerschaft mit der Kieler Wirtschaftsförderungs- und Strukturentwicklungs-GmbH (KiWi) stets unterstützt hat. Danke!!!

Frau Beer und Frau Bruhn