Besuch aus Japan!

Endlich: 10 Schülerinnen und Schüler unserer japanischen Partnerschule aus Kobe waren vom 8. bis 18. Juli bei uns zu Gast!

Knapp vor den Sommerferien, genau passend zum Staatsbesuch des japanischen Premierministers anlässlich des G20-Gipfels, trafen am 8. Juli 7 Mädchen und 3 Jungen zusammen mit ihrem Lehrer in Hamburg ein.

Mit Privatautos ging es vom Flughafen nach Kiel, wo die Humboldtschüler und ihre Eltern schon ungeduldig warteten. Dank unzählige Male geprobter Begrüßung auf Japanisch konnte den Gästen die erste Scheu schnell genommen werden und das restliche Wochenende zum näheren Kennenlernen genutzt werden.

Die darauf folgende Woche war randvoll mit Programm: In der Schule gab es neben anspruchsvollem Deutschunterricht, spannenden Fragestunden auf Englisch und lustigen Dialogübungen auf Japanisch (hier nochmals ein ganz herzliches Dankeschön an alle beteiligten Kolleginnen und Kollegen!) u.a. eine Stunde Karaoke-Singen, in der die Japaner Helene Fischer kennen- und ihren Song „Atemlos durch die Nacht“ schmettern lernten, aber auch eine Deutschstunde speziell für die Gäste, in der wir „Deutsch zum Überleben“, wie z.B. „lecker“, „Oh, Schreck“, „Ich kann nicht mehr“ und „Das macht Spaß“ gelernt haben.

Gewundert haben sich die Gäste aus Japan u.a. darüber, dass Norddeutschland so grün ist, es hier wirklich ganz viele Kühe gibt, wir keine Angst vor den hier lebenden Insekten haben (in Japan sind all diese „Tiere“ viel größer und furchteinflößender) und man in Brotdosen für das Mittagessen in der Schule „rohes Gemüse“ wie Paprika und Möhren findet!

Die Ausflüge führten uns in die Weltstadt Hamburg, die sich auch hinter Kobe und Osaka nicht verstecken muss, nach Lübeck und als absolutes „highlight“ an die Westküste. In Friedrichstadt wurde gemeinsam die Eisdiele gestürmt und die Gäste aus Japan erfuhren, dass Spaghetti-Eis nicht aus Nudeln gemacht ist, sondern nur so aussieht. Die anschließende Wanderung in Westerhever bis an die Wasser- bzw. Wattkante mit Nele wegen ihres frisch operierten Knies im Bollerwagen, und die anschließende „Watt-Schlammschlacht“ werden wir wohl alle nicht so schnell vergessen! Dieser weite Horizont und der unverstellte Blick ließen auch in den japanischen Jugendlichen, die sonst in einem doch sehr strengen Schulsystem „gefangenen“ sind, ein großes Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit wach werden.

Kathrin Bonn

 

Die Japaner kommen!

Endlich steht es fest: Zum Ende dieses Schuljahres werden kurz vor den Sommerferien vom 8. bis zum 18. Juli 2017 wieder 10 Schülerinnen und Schüler unserer Partnerschule aus Kobe zu uns an die HuSchu kommen!

Jetzt heißt es Gastfamilien zu finden, ein interessantes Programm aufzustellen und dann so viel Japanisch zu üben wie möglich.

Die japanischen Schüler absolvieren in diesen Tagen ein strenges Auswahlverfahren für diese Reise, wofür wir allen Bewerbern ganz fest die Daumen drücken.

Wir freuen uns schon sehr auf diese Tage, 皆さんに会える日をすごーく楽しみにしています!

Kathrin Bonn

 

Schüleraustausch mit Kobe/Japan

Schulpartnerschaft mit der „Hyogo International Senior High School“ in Kobe

Seit mehr als 10 Jahren ist es auch offiziell besiegelt: unsere Schule hat eine Partnerschule in Kobe, Japan! Es ist die ehemalige „Ashiya Minami Senior High School“, die wir im Rahmen unseres Schüleraustauschs schon seit dem Jahr 2000 regelmäßig besuchen und die jetzt „Hyogo Prefectural International Senior High School“ heißt.

In den vergangenen 16 Jahren haben sich fast 100 Humboldt-Schülerinnen und Schüler sowie mehr als 70 Gäste aus Japan gegenseitig besucht.

Während ihres Aufenthaltes in Kobe wohnen die deutschen Schülerinnen und Schüler für 10 bis 12 Tage in einer japanischen Gastfamilie und erleben mit ihren Gastgeschwistern den Schulalltag in unserer Partnerschule.

Da die meisten Gasteltern kein oder nur sehr wenig Englisch sprechen (Deutsch spricht eigentlich niemand), ist dieser Aufenthalt auch immer eine sprachliche Herausforderung – von den Herausforderungen, die die japanischen Kultur und Lebensweise uns abverlangen, ganz abgesehen: im Hausflur Straßenschuhe aus, Puschen an, vor dem Tatamizimmer Puschen aus, später wieder an, vor der Toilette Puschen aus und WC-Pantoffeln an und dann niemals beim Verlassen der Toilette vergessen, die WC-Pantoffeln wieder auszuziehen :-)… sich zur Rush-Hour in überfüllte Bahnen und Busse zu zwängen … Dinge zu essen, von denen wir noch nicht einmal wussten, dass sie existieren bzw. uns nie vorstellen konnten, dass sie „zum Verzehr geeignet sind“ …

Aber dafür kommt man auch endlich in den Genuss dessen, wovon man während des Lernens in der Japanisch-AG immer gesprochen und geträumt hat:

Wir genießen die japanische Gastfreundschaft und Herzlichkeit, lassen uns von der besonderen Atmosphäre der Tempel und Schreine in Kyoto in den Bann ziehen, können „echte“ Katakana lesen und bekannte Kanji (Schriftzeichen) entdecken, trinken matcha-latte oder CC Lemon, essen Süßkartoffel- oder Sesameis, shoppen in der Riesenmetropole Osaka … … und können vor allem sehr oft Freundschaften fürs Leben schließen!

In den Umfragen nach der Rückkehr nach Deutschland betonten bisher alle Teilnehmer, dass sie auf jeden Fall noch einmal nach Japan reisen möchten. Allen ist bewusst, dass diese Reise eine einmalige Chance ist, den Alltag von japanischen Jugendlichen näher kennen zu lernen. Später, als Tourist, kann jeder Interessierte die Sightseeing-Highlights im ganzen Land besuchen, aber zusammen eine heiße Quelle (onsen) besuchen, in einer großen Gruppe Karaoke singen, mit den Gast-Großeltern den Hausaltar schmücken und viele andere Einblicke in das japanischen Alltags- und Familienleben gewinnen, das kann man nur auf einer solchen Schülerreise.

Am Schüleraustausch nach Kobe kann jeder teilnehmen, der mindestens zwei Jahre lang regelmäßig und erfolgreich an der Japanisch-AG teilgenommen hat und mindestens 16 Jahre alt ist.

Ausführliche Reiseberichte und weitere Informationen zum Schüleraustausch findet Ihr in den folgenden Artikeln.

ganbarimashō  頑張りましょう!!

 

(weiter zu: Fotos vom Schüleraustausch)

 

Kathrin Bonn

Nihon e ikimashita - wir waren in Japan!

Ende April machte sich eine 12-köpfige Gruppe unserer Schule auf den Weg nach Kobe:

8 Schülerinnen und 4 Schüler im Alter von 16 bis 19 Jahren wollten nach 2 Jahren mehr oder weniger eifrigen Lernens der japanischen Sprache endlich in das „Land ihrer Träume“ reisen, um ihre erworbenen Sprachkenntnisse in der Praxis anzuwenden.

Die Katastrophe von Tohoku und der Reaktorunfall in Fukushima hielten niemanden davon ab, sich in das Abenteuer eines 10-tägigen Aufenthaltes zu stürzen. Außerdem hatten einige der Mitreisenden bereits im September vergangenen Jahres als Gastgeber für die japanischen Oberschülerinnen während ihres Besuchs an unserer Schule Freundschaften geschlossen und wollten diese jetzt während des Gegenbesuchs vertiefen.

Wie bekannt ist, pflegt die Humboldt-Schule bereits seit 1999 eine gute Beziehung zur Hyogo Prefectural International High School (兵庫県立国際高校) in Kobe, die im Jahre 2006 mit einem Partnerschaftvertrag zwischen den beiden Schulen offiziell besiegelt wurde.

Jedes Jahr besuchen sich Schülergruppen aus den beiden Ländern abwechselnd für bis zu zwei Wochen, lernen vor Ort den Alltag in Gastfamilien kennen, besuchen den Unterricht der Partnerschule und machen sich mit Ausflügen in die Umgebung von Kobe bzw. Kiel mit dem Heimatland ihrer Gastgeber vertraut.

Die Reise in diesem Jahr fiel glücklicherweise direkt in die Zeit der „Golden Week“, so dass sich Schultage und Freizeit nahezu die Waage hielten J.

Neben zahlreichen Aktivitäten in den Gastfamilien z.B. mit Besuchen in Nara und Osaka sowie dem gemeinsamen Besuch der „Universal Studios of Japan“ mit allen Gastgeschwistern machten die deutschen Schülerinnen und Schüler auch einen Ausflug nach Kyoto zum Kiyomizu-dera sowie zum Kinkaku-ji, der sich bei strahlendem Sonnenschein in seiner ganzen Pracht präsentierte und allen unvergesslich bleiben wird.

Außerdem führte uns ein Lehrer der Partnerschule auf einem Stadtrundgang durch Kobe, bei dem es viel Interessantes abseits der üblichen Touristenpfade zu entdecken gab, sowie auf eine „leichte Bergtour“ in Richtung Rokko-Gebirge zum Nunobiki Wasserfall, wo alle nach aufregenden Tagen im Großstadtdschungel das wunderschöne „frische Grün“ (新緑) und die Natur genossen … auch wenn einigen Schülern der ungewohnte Aufstieg bei Temperaturen um die 26 Grad doch zu schaffen machte.

Während des Schulbesuchs blieb allen neben der Disziplin und dem freundlichen Umgang von Lehrern und Schülern miteinander vor allem der Unterricht im Fach „Home Education“ sowie die Kochstunde in Erinnerung: dort sollten „warabi-mochi“ gemacht werden, die jedoch in den meisten Fällen am Ende eher nach Kaulquappen als nach mochi-Klößchen aussahen und leider auch den meisten nicht so besonders gut schmeckten L. Aber die Diskussionen um die Zubereitung in einem Sprachengewirr aus Japanisch, Deutsch und Englisch sorgten dafür, dass man sich auch hier schnell näher kam und neue Freunde gewinnen konnte.

Die Tränen auf der Farewell-Party und dann zum Abschied noch einmal am Flughafen flossen in Strömen und gaben wieder ein deutliches Signal:

Es waren wunderschöne, unvergessliche Tage in Japan, viele Freundschaften wurden geschlossen oder bereits bestehende vertieft! Alle deutschen Schülerinnen und Schüler waren sich einig: また会いましょう!また日本に行きましょう!(Wir müssen uns auf jeden Fall wiedertreffen! Wir möchten so gerne wieder nach Japan fahren!)

 Kathrin Bonn

Ein Interview mit Frau Vollbehr bzgl. ihrer Japanreise vom 11. -14. Mai 2016

Was haben Sie in Japan gemacht? Was war der Anlass Ihrer Reise?

Ich habe den Ministerpräsidenten zu unserer Partnerschule in Kobe begleiten dürfen, da wir die einzige Schule mit durchgehendem Japanisch-Unterricht in Schleswig-Holstein sind. Wir füllen somit den Freundschaftsvertrag zwischen Schleswig-Holstein und der Präfektur Hyōgo mit Leben.

Wie lange sind Sie nach Kobe geflogen?

Morgens um 10.00 Uhr starteten wir in Hamburg. Danach sind wir nach einem kurzen Aufenthalt in Amsterdam 11 Stunden bis Osaka geflogen. Auf dem Rückweg waren es 12 Stunden von Osaka nach Amsterdam.

Welche Erwartungen hatten Sie an die Reise und wurden diese erfüllt?

Da ich vorher noch nie in Asien war, hatte ich zuerst keine hohen Erwartungen. Daher war ich offen für alle Erfahrungen. Ich fand die Schule sehr schön.

Konnten Sie Unterschiede zwischen Japan und Deutschland feststellen? Welche Unterschiede haben Sie überrascht?

Das Stadtbild war im Gegensatz zu Deutschland weniger grün, aber sauberer. Zudem gibt es kein Graffiti an den Wänden. Alles macht einen engen, aber akkuraten Eindruck. Grüner wird es erst in Richtung Berge.

In der Schule ist mir aufgefallen, dass die Schüler sehr diszipliniert waren, dafür ist unser Unterricht viel lebendiger.

Wie war der Besuch in der Partnerschule? Wie waren die Schüler? Welche Unterschiede gibt es zu unserer Schule?

Die Schule ist mit Räumlichkeiten und Sportanlagen besser ausgestattet als unsere. Die Lehrer arbeiten alle in der Schule, d.h. sie haben im Gegensatz zu unseren Lehrern einen eigenen Arbeitsplatz im Lehrerzimmer, wo sie den Unterricht vorbereiten können. Auf den ersten Blick wirken die Schüler zurückhaltend, aber das war ja nur mein erster Eindruck. Ich denke, auch unsere Schüler wären etwas zurückhaltender, wenn z.B. der Gouverneur aus Kobe zu Besuch kommen würde.

Hatten Sie Vorurteile gegenüber Japan / den Japanern und wurden diese bestätigt?

Nun ja, die Japaner waren tatsächlich höflicher als die Europäer. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es viel wichtiger für sie ist, wie sie nach außen wirken, als das bei uns der Fall ist.

Wie haben Sie mit den Japanern kommuniziert?

Meistens hatten wir einen Dolmetscher, so dass ich Deutsch sprechen konnte. Wenn das nicht möglich war, haben wir uns auf Englisch verständigt.

Haben Sie einige Worte Japanisch gelernt? Welche?

Ich weiß leider nicht mehr viel. Nur die Begrüßung: hajimemashite. Vollbehr desu. dōzo yoroshiku.

Haben sich Schwierigkeiten durch die Schrift ergeben? Welchen Eindruck hatten Sie von der Schrift?

Die japanische Schrift ist sehr schwierig und verwirrend. Alle Zeichen sehen gleich aus! Meine Tochter und ich haben versucht, die Beschriftung auf einem Fächer, den ich geschenkt bekommen habe, zu entziffern. Das war sehr schwierig, aber mit Hilfe des Internets haben wir es letztendlich geschafft. Darauf waren wir sehr stolz.

Haben Sie traditionelle japanische Kultur kennen gelernt? Welche? Wie hat sie Ihnen gefallen?

Ich war bei einer Teezeremonie in der Schule. Der gesamte Vorgang war sehr ansprechend und bewundernswert. Die Schüler waren sehr ambitioniert dabei. Doch es war anstrengend, so lange Zeit auf den Knien zu sitzen. Außerdem besuchte ich ein Lokal in einer alten Brauerei.

Haben Sie grünen Tee getrunken? Hat er Ihnen geschmeckt?

Ja, ich habe 2 Mal grünen Tee getrunken. Einmal bei der erwähnten Teezeremonie. Da hat er schon ein wenig bitter geschmeckt. Beim zweiten Mal hat der Tee sogar ein bisschen salzig geschmeckt.

Was haben Sie gegessen? Haben Sie Sushi gegessen? Hat es Ihnen geschmeckt?

Einmal gab es während eines Ganges Sushi, wobei mir aber das Sashimi (Anmerkung: nur roher Fisch, ohne Reis) besser geschmeckt hat. Eine seltsame Meeresschnecke, die es einmal gab, war sehr … geschmacksintensiv. Ausgezeichnet geschmeckt hat mir dagegen das Kobe-Rind, aber auch der Thunfisch und das Gemüse, das es immer dazu gab.

Wo haben Sie übernachtet? War das ein japanisches Zimmer?

In einem Hotel, das aber kein traditionelles, sondern eines von internationalem Standard war. Zum Frühstück gab es sowohl japanische als auch internationale Speisen.

Was war das schönste Erlebnis während dieser Reise?

Das schönste Erlebnis war für mich der Besuch in unserer Partnerschule. Die Schüler dort sind sehr nett.

Waren die Japaner allgemein nett zu Ihnen?

Oh ja, sehr sogar.

Welche Sehenswürdigkeiten oder besondere Orte haben Sie besucht?

Ich habe das Museum in Kobe besucht, das über das Erdbeben von 1995 berichtet.

Welchen Eindruck hatten Sie vom Straßenverkehr?

Mich hat der Linksverkehr sehr verwirrt, aber auch überrascht. Ich hatte mich vorher nicht damit befasst und keinen Linksverkehr erwartet. Ansonsten sind wir mit dem Bus oder Taxi gefahren, obwohl sicher der Zug einfacher gewesen wäre.

Wie war das Wetter?

Es war schön warm und der Himmel war wolkenfrei. Kobe präsentierte sich in strahlendem Sonnenschein. Man konnte sehr schön sehen, wie das Meer direkt in die Berge mit seinen Wäldern übergeht.

Herzlichen Dank, Frau Vollbehr, dass Sie sich die Zeit genommen und all unsere Fragen beantwortet haben!

Das Interview führten Helene, Kathrin, Katherina, Rosa und Olaf aus der 8. Klasse.

(Juni 2016)

Besuch aus Kobe 2015!

Als Highlight zum Schuljahresende besuchten uns vom 9. bis zum 17. Juli zehn Schüler (neun Mädchen und ein Junge J) unserer Partnerschule aus Japan! Es war bereits der neunte Besuch aus dem „Land der aufgehenden Sonne“.

Wie bei jedem Austausch mit der Hyogo Prefectural International High School waren die japanischen Gäste bei Teilnehmern der Japanisch AG unserer Schule untergebracht und hatten so die Chance, „echtes“ deutsches Familienleben kennen zu lernen. Ein großes Lob und nochmals ein besonderes Dankeschön an alle Gastfamilien für ihre Einsatzbereitschaft! Alle Gäste haben sich außerordentlich wohl gefühlt und sind mit vielen unvergesslichen Eindrücken nach Kobe zurückgekehrt.

Neben dem Erleben des deutschen Alltags bildet normalerweise der Unterrichtsbesuch einen weiteren Schwerpunkt unseres Schüleraustauschs. Dieser fiel „leider“ weitgehend dem Umstand zum Opfer, dass so kurz vor den Sommerferien nur noch wenig regulärer Unterricht stattfindet, stattdessen die Bundesjugendspiele, Wandertage etc. auf dem Programm standen. So kam es dazu, dass nach einem anstrengenden Schultag am Freitag nach der Ankunft anschließend drei Tage in Folge Ausflüge auf dem Programm standen … was die beteiligten Lehrkräfte zwar bedauerten, den Schülern aber nicht wirklich schwer fiel. J

So ging es am Montag nach Hamburg, mit Besuch des Michels und einer englischsprachigen Hafenrundfahrt, die den Japanern deutlich machte, dass auch wir in Norddeutschland über eine Weltstadt mit beeindruckendem Hafen verfügen. Da müssen wir uns nicht hinter Kobe verstecken.

Am Dienstag ging es gleich weiter nach Lübeck, wo eine Stadtrallye an allen wichtigen Sehenswürdigkeiten, aber auch einigen Einkaufsmöglichkeiten* vorbei führte. (*Uns allen war es ein Rätsel, wie Momoe den erstandenen riesig großen Picknickkorb zurück nach Japan transportieren wollte, aber am Ende hat auch das geklappt!) Diese alte, geschichtsträchtige Stadt hat alle sehr beeindruckt!

Am Mittwoch ging es dann, tatkräftig unterstützt von Herrn Binge, zu einem ganz besonderen Ausflug: Dank großzügiger Unterstützung aus der Staatskanzlei konnten wir alle gemeinsam nach Hallig Hooge aufbrechen. Für die japanischen Großstädter war diese Fahrt ein wirklich unvergessliches Erlebnis! Außerdem war uns der Wettergott wohlgesonnen, so dass wir schon auf der Fährfahrt von Schlüttsiel nach Hooge den Aufenthalt auf dem Sonnendeck in vollen Zügen genießen konnten. Der von Herrn Binge angestimmte Gesang sorgte nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen Mitreisenden für gute Laune. Auf der Hallig angekommen, galt es die vorbestellten Fahrräder zu besteigen … gar nicht so einfach, denn nicht nur die Größe der Räder, sondern auch die Rücktrittbremsen verursachten einigen Schweißausbrüche bei unseren japanischen Gästen. Aber am Ende saßen alle mehr oder weniger wackelig auf den „ponkotsu jitensha“ und genossen die Halligrundfahrt. Nach einem Badestopp und Muschelsuchen am kleinen Strand von Hooge ging es über die Kirchwarft weiter zur Hanswarft, wo gerade noch genug Zeit für einen kleinen Imbiss blieb, bevor es wieder auf die Fähre ging. Besonders beeindruckt waren alle nicht nur von der einmaligen Landschaft, der guten, frischen Luft und den vielen Kühen, sondern auch von der Gastfreundschaft des Inselpastors. Obwohl wir ihn beim Mittagessen unangemeldet „überfielen“, stellte er nicht nur die Toilette des Pfarrhauses zur Verfügung, sondern lud uns kurzerhand alle auf ein Getränk in den wunderschönen Pfarrgarten ein. Dort bedankten sich die japanischen Gäste mit einem kleinen Lied und Herr Binge mit einem Lied von Hannes Warder. Gelebte Völkerverständigung und Momente, die sicher keiner so schnell vergisst! Auch von hier nochmals ein großes Dankeschön an Herrn Pastor Witte!

Auf der Rückfahrt dann musste Herr Binge dann noch einmal seine ganze Halligkompetenz unter Beweis stellen. Was hätten wir nur ohne ihn gemacht?! Denn bereits kurz nach der Abfahrt von Hooge gab es eine Durchsage des Fähr-Kapitäns: “Die Lehrer der asiatischen Reisegruppe bitte einmal aufs Vordeck!“ … Zum Glück ging es nicht um „Mann bzw. Frau über Bord“, sondern nur um ein auf der Hallig vergessenes Handy, aber auch das sorgte für ausreichend Aufregung. Nach endlosen Telefonaten zwischen dem Kapitän, dem Hafenmeister, Herrn Binge und einem Fischer, hatte Herr Binge dann eine Lösung gefunden. So hat das Handy zwar die Sommerferien an der deutschen Nordseeküste verbracht, ist jetzt aber schon wieder in Kiel und wird sich bald auf den Weg nach Kobe machen. Die durch diesen Vorfall etwas gedrückte Stimmung auf der Rückfahrt im Bus (schließlich ist auch ein japanischer Jugendlicher ohne Smartphone nur ein halber Mensch) rettete Herr Binge mit weiterem Gesang J . 1000 Dank dafür!!

Am Donnerstag gab es dann endlich eine weitere Gelegenheit zum Schulbesuch, und die Gäste aus Japan sorgten in 5 Unterrichtsstunden der Japanisch AGn (Klasse 5 bis 10) für viel Freude und hoffentlich große Motivation zum Weiterlernen. Für viele HuSchu-ler war es die erste Begegnung mit „echten Japanern“ und alle versuchten eifrig, ihr bisher gelerntes Japanisch anzuwenden. Die Gäste zeigten sich begeistert von diesen Sprachkenntnissen, den Origami-Fähigkeiten und hatten viel Spaß dabei, die Schüler beim Einsatz der mitgebrachten Essstäbchen zu beobachten. Ein gelungener Unterrichtstag!

Abends stand dann schon die Farewell-Party im Ruderclub (hier ein ganz großes Dankeschön an Herrn Siewert!) auf dem Programm, bei der uns die japanischen Schüler in sommerliche Yukatas gekleidet mit Liedern und einer Tanzvorführung sehr beeindruckten! Bei allerbestem Wetter konnten danach die deutschen Schüler und ihre Familien zusammen mit den neuen japanischen Freunden draußen Grillen und Essen und die Atmosphäre an der Kiellinie genießen.

Leider ging es dann am nächsten Morgen schon um 5.30 Uhr los, auf den Weg zum Flughafen Hamburg und dann über Frankfurt direkt nach Osaka. Auch in diesem Jahr war es wieder ein sehr tränenreicher Abschied, aber einer mit der Gewissheit: Schon bald sehen wir uns wieder! Denn spätestens im Juni des kommenden Jahres werden wir nach Kobe zum Gegenbesuch aufbrechen. 来年また会いましょう!

Japanreise 2014

Reise nach Japan

 Am Freitag, den 23.05.2014, kamen wir deutschen Austauschschüler, das heißt 7 Mädchen und 1 Junge aus dem 12. Jahrgang, um 10 Uhr morgens in der Partnerschule in Kobe an. Damit lagen wir 2 Stunden vor dem Zeitplan, ganz im Sinne der deutschen Pünktlichkeit.

 Um diese zwei Stunden zu überbrücken, führte uns Frau Shinohara zum Ashiya-Onsen, wo wir ein heißes Fußbad nahmen, das wir nach dem langen Flug auch nötig hatten.

Um kurz vor zwölf kehrten wir dann zur Schule zurück, wo wir im Konferenzraum sehnsüchtig auf unsere Austauschschüler warteten. Endlich öffnete sich die Schiebetür ein Stück und 10 neugierige Japaner streckten ihre Köpfe in den Raum. Die Wiedersehensfreude war natürlich groß. In einem wilden Mischmasch aus Japanisch, Deutsch und Englisch teilten wir uns mit, wie sehr wir uns vermisst hatten und wie sehr wir uns freuten, die anderen wiederzusehen.

Dann wurden wir von unseren Austauschschülern in ihre Klassenräume gebracht, wo wir von der ganzen Klasse mit einer großen Tafel aus zusammengeschobenen Tischen begrüßt wurden. Jeder von uns bekam von seinem Austauschschüler ein Obento, ein Lunchpaket, das liebevoll von der Gastmutter zurecht gemacht und gepackt worden war.

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 Nach einer Führung durch die Schule stand „Taiko-Trommeln“ auf dem Stundenplan. Zuerst führten die japanischen Schüler uns etwas vor. Dann durften wir selbst auch trommeln. In gemischten Vierer-Gruppen studierten wir zwei kurze Stücke ein, die wir am Ende abwechselnd und im Kanon spielten.

Uns allen hatte das Trommeln so viel Spaß gemacht, dass wir uns im Konferenzraum, wo wir auf unsere Austauschschülern warten sollten, begannen auf die Tische zu trommeln.

 

Nach dem Putzen des Klassenraums, das in Japan Aufgabe der Schüler ist, verließen wir die Schule um 16 Uhr mit unseren Austauschschülern. Meine Gastfamilie wartete bereits auf dem Parkplatz vor der Schule auf uns. Sie stellten sich mir als Mama, Papa und Oneechan (verniedlichende Form für große Schwester) vor. Alle drei sprachen nur gebrochenes Englisch und freuten sich immer, wenn ich ein japanisches Wort sagte, und beteuerten immer wieder, wie toll ich doch Japanisch sprechen würde.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir schon ziemlich früh nach Kyoto, weil meine Gastfamilie eine große Überraschung für mich geplant hatte. Kaoruko, meine Austauschschülerin, und ich wurden professionell als Maiko (Tanzmädchen) verkleidet und geschminkt. Im Nachhinein stelle ich fest, dass dieses Verkleiden mein persönliches Highlight dieser Reise war. In Kimono und auf Geta, den traditionellen Holzschuhen, auf denen das Laufen gar nicht so einfach war, schlenderten wir durch die Ninenzaka, eine berühmte Einkaufstraße in Kyouto mit vielen kleinen traditionellen Läden, Restaurants und Teehäusern. Es war fast so, als wären in der Zeit zurückgereist.

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 Am Sonntag fuhren wir ins Aquarium nach Osaka und auch wenn das nicht sonderlich aufregend klingt, so kann ich jedem, der nach Osaka fährt, nur empfehlen, dort einmal hinzugehen. Zusammen mit meiner Gastfamilie hatte ich einen Riesenspaß. Besonders cool fand ich den letzten Raum, in dem sich ein flaches Becken mit Rochen befand, die man streicheln konnte.

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Als wir am nächsten Morgen in die Schule gingen, mussten wir Deutschen uns erst einmal von unseren Wochenenden erzählen: von der Samurai-Stadt, vom Karaoke, vom Besuch des Schlosses und des Skybuildings in Osaka, von Nara, vom Byodoin-Tempel, vom Tischtennis spielen mit Oke und von der Herausforderung, Nagashi-Somen zu essen.

Unser zweiter Schultag, an dem wir unsere selbst erstellten Schuluniformen trugen, verging wie im Flug. Alle Lehrer banden uns in ihren Unterricht mit ein und die Schüler behandelten uns wie Hollywoodstars. Wann immer wir um eine Ecke gingen, begannen alle zu tuscheln und uns schüchtern zuzuwinken. Im Unterricht waren viele Japaner zuerst ziemlich schüchtern und sprachen nicht viel, aber nachdem wir ihnen erst einmal bewiesen hatten, dass wir ziemlich wenig Japanisch sprachen und ihnen sagten, dass ihr Englisch tausend Mal besser war, als unser Japanisch, tauten sie auf und unterhielten sich freudig mit uns.

 

Am Dienstag machten alle Austauschschüler zusammen einen Ausflug nach Kyoto. Wir spazierten bei 30°C und Sonne zum Kiyomizu-dera, dem Tempel des reinen Wassers. Dort gibt es drei kleine Wasserkanäle, die in ein Becken stürzen und von denen man trinken kann. Es wird gesagt, dass jede dieser drei Quellen heilende Kräfte besitzt und Weisheit, Liebe oder Gesundheit bringt.

Danach erkundeten wir in zwei Gruppen Kyoto. Obwohl ich ja schon am Samstag in Kyoto gewesen war, gab es noch viele kleine Seitenstraßen zu entdecken und viel zu sehen.

 

Am Mittwoch gingen wir wieder zur Schule. Wir halfen im Deutschunterricht dabei, die Schüler auf einen Deutschtest vorzubereiten, und sprachen in „Practical English“ über Prinzessinnen und Superhelden. Was mich am meisten am Fremdsprachenunterricht in der Schule beeindruckte war, dass die Schüler immer von zwei Lehren unterrichtet wurden: von einem Muttersprachler und einer japanischen Lehrkraft, die diese Sprache studiert hatte und im Notfall beim Übersetzen helfen konnte.

 

Am Donnerstag machten wir einen Ausflug nach Arima, um dort ein Onsen, ein heißes Quellenbad, zu besuchen. Leider konnten uns unsere Japanischen Austauschschüler dorthin nicht begleiten.

Das Onsen wirkte von innen wie eine Mischung aus einem Hotel und einem Schwimmbad. Das Wasser in den Becken sah im ersten Moment schon ziemlich komisch aus, da es durch die ganzen Mineralsalze braun war. Wir beäugten es kurz misstrauisch, duschten uns dann aber kalt ab und stiegen in das 42°C heiße Wasser.

Als wir das Onsen wieder verließen, sahen wir zwar alle aus wie Tomaten, aber die Außentemperatur von 30°C empfanden wir alle plötzlich als angenehm kühl.

 

Dann kam bereits unser letzter Schultag. Nach der Verabschiedung im Lehrerzimmer, gingen wir zum Sportplatz. Vier von uns wollten auch am Sportunterricht teilnehmen.

Die größere Herausforderung waren jedoch nicht die Aufwärmübungen oder das Warmlaufen, sondern viel mehr das Verstehen der Aufgabe, da der Sportlehrer nur Japanisch sprach.

In der zweiten Stunde hatten wir „Sound Education“. Fragend betraten wir den Musikraum. Was genau machte man in einem Fach, dass „Sound Education“ hieß? Die Schüler erklärten uns begeistert, dass sie sich viel mit Lautmalerei beschäftigen würden und fragten uns interessiert, wie wir die Geräusche aufschreiben, die Tiere machen, und verglichen sie mit ihrer Schreibweise. Sie brachten uns auch dazu über Sachen nachzudenken, über die wir noch nie im Leben nachgedacht hatten: Wie macht Mondlicht?

 

Am Nachmittag gaben die Japaner eine Abschiedsfeier für uns in der Schule, auf der wir unseren Film, den wir über Kiel und die HuSchu gedreht hatten, zeigten. Dort lernten wir auch die Gasteltern der Anderen kennen, die uns alle super niedlich fanden, uns dafür dankten, dass wir so tolle Freunde für ihre Kinder wären und uns sagten, dass wir sie unbedingt besuchen müssten, wenn wir irgendwann mal wieder nach Japan kommen.

 

Am Samstag mussten die Japanischen Austauschschüler alle eine Prüfung schreiben, also fuhren wir ohne sie nach Kobe. Dort besichtigten wir einen kleinen Tempel, der mitten in der Stadt lag, was uns im ersten Moment ziemlich seltsam vorkam. Doch je länger wir darüber nachdachten, desto schöner fanden wir die Vorstellung, dass es in einer (für unsere Verhältnisse) ziemlich großen Stadt wie Kobe mehrere kleine, ruhige Rückzugsorte gibt.

Im Anschluss sahen wir uns die Stadt von oben an. Das Rathaus von Kobe ist ein 30-stöckiges Gebäude, von aus man die ganze Stadt überblicken kann. Auch den Tempel von zuvor fanden wir als grünen Punkt in mitten der Hochhäuser wieder.

Zu letzt besuchten wir die eindrucksvolle Gedenkstätte für die Opfer des schweren Erdbebens im Jahre 1995, das Kobe damals völlig zerstörte.

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 Am Sonntagmorgen trafen wir uns alle am Flughafen. Die Stimmung war wie zu erwarten gedrückt. Nach einem langen und tränenreichen Abschied stiegen wir widerwillig ins Flugzeug. Diese Woche war viel zu kurz und viel zu schnell vergangen!

Doch die letzten Worte, die Kaoruko zu mir sagte, haben mich etwas aufgeheitert: „Don´t cry, we´ll meet again!“

Ich stehe immer noch mit einigen Austauschschülern, besonders natürlich mit Kaoruko :D, und meiner Gastfamilie in ständigem Kontakt. Und auch wenn die Reise nach Japan lang und anstrengend war, war es ganz bestimmt nicht meine letzte.

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Zum Schluss möchte ich noch Frau Bonn für die Organisation des Austausches und das Aufpassen auf ihre 8 „Aka-chans“ und Frau Shinohara für das Zusammenstellen unseres tollen Stundenplans in Japan danken!!!

Sarah Heider

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besuch aus Japan 日本人が来ました!

Kaum hatten wir die schönen Sommerferien hinter uns, wartete schon das nächste „freudige Ereignis“: vom 19. bis 27. August 2013 bekamen wir Besuch aus unserer Partnerschule in Kobe. 9 Mädchen und 1 Junge im Alter zwischen 16 und 17 Jahren besuchten uns zusammen mit ihrer Lehrerin Frau Shinohara.

 Wie immer waren alle in Gastfamilien untergebracht, um in der kurzen Zeit des Aufenthaltes so viel wie möglich über den Alltag deutscher Schüler und ihrer Familien zu erfahren.

Nachdem die ersten Berührungsängste überwunden waren, klappte die Verständigung mit Hilfe eines kreativen Englisch-Deutsch-Japanisch-Mix sowie dem Einsatz von Händen und Füßen oder auch schnell angefertigter Zeichnungen ganz hervorragend.

 Zusammen mit ihren deutschen Gastgeschwistern erlebten die japanischen Schülerinnen und Schüler dann u.a. eine sehr lustige Musikstunde bei Herrn Stellmacher, interessanten Englischunterricht bei Frau Beer (dort hatten die deutschen Schüler eine Präsentation über die verschiedenen Regionen Deutschlands vorbereitet und – das war das Beste Lächelnd auch für entsprechende Verpflegung gesorgt!) und lustige Spiele sowie Origami-Versuche im Japanisch-Unterricht. Außerdem zeigten sie selber vor vielen Schülern einen selbstgedrehten, wirklich beeindruckenden Film über unsere Partnerschule!

 Natürlich machten wir auch die obligatorischen Ausflüge z.B. nach Hamburg, um den Gästen aus Japan zu zeigen, dass Norddeutschland neben Wasser, Wiesen und vielen Kühen auch eine Weltstadt zu bieten hat. Leider konnten wir den Aufzug im Michel wegen Wartungsarbeiten nicht benutzen, so dass die 453 Stufen bis zur Aussichtsplattform zu Fuß bewältigt werden mussten.

 Schon am nächsten Tag ging es dann nach Lübeck, eine Stadt, die aufgrund ihres Status als Weltkulturerbe auch in Japan sehr bekannt ist. Hier galt es eine City-Rallye zu absolvieren, die an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt vorbeiführte. Einige der kniffligen Fragen führten zu interessanten Begegnungen z.B. mit Lübecker Kirchenführern oder Anwohnern von Hinterhöfen. J

 Als offizielles „Highlight“ wurde die ganze Gruppe von Ministerpräsident Torsten Albig im Kabinettsaal der Landesregierung empfangen, wo man sich bei Kaffee und Kuchen nicht nur über die Beweggründe zum Erlernen der deutschen bzw. japanischen Sprache, sondern z.B. auch den Arbeitsalltag eines deutschen Ministerpräsidenten angeregt unterhielt. Die japanischen Gäste waren von der lockeren Atmosphäre im Gespräch mit einem Landesoberhaupt sehr beeindruckt!

 Leider ging auch dieser Besuch wieder viel zu schnell vorbei und so flossen auf der Abschiedsfeier zusammen mit allen Gasteltern und unserer Schulleiterin, Frau Vollbehr, trotz zahlreicher leckerer Bratwürste und lustiger Fotos viele Tränen.

 Doch auch wenn dieser Moment sehr traurig war, wussten alle, dass es kein Abschied für lange Zeit ist, denn schon im Mai 2014 machen wir uns zum Gegenbesuch von Kiel aus auf den Weg nach Kobe!

 Kathrin Bonn

 

 

 

 

Hoher Besuch aus Japan!

Am Montag, den 27. August 2012 wurde hoher Besuch aus Japan erwartet: der Gouverneur, Herr Ido, der Präfektur Hyogo, in der auch unsere Partnerschule in Kobe liegt, machte seinen Antrittsbesuch bei unserem neuen Ministerpräsidenten Albig.

Da ja der Schüleraustausch zwischen der Humboldt-Schule und der Hyogo Prefectural International High School einen wichtigen Teil des partnerschaftlichen Austauschs zwischen den beiden Ländern ausmacht, hatte sich Herr Ido zusammen mit einer großen Gruppe von Vertretern der Japanisch-Deutschen Gesellschaft Kobe natürlich auch in unserer Schule angesagt.

Neben dem Besuch einer Unterrichtsstunde Japanisch wollte Herr Ido vor allem unserem ehemaligen Schulleiter Herrn Dr. Kiefmann eine Anerkennungsurkunde für seine Verdienste um die japanisch-deutsche Freundschaft und sein langjähriges Engagement für den Schüleraustausch überreichen.

Dafür wurde die Aula festlich geschmückt , Fine Dettenborn sorgte netterweise für eine wunderschöne musikalische Untermalung des Festaktes und die Schülerinnen und Schüler der Japanisch-AG präsentierten ihre Kenntnisse vor einem großen Publikum.

Der Gouverneur zeigte sich auch bei seinem zweiten Besuch in unserer Schule wieder sehr beeindruckt und ermunterte die Schülerinnen und Schüler dazu, ihre Kontakte nach Japan sowie ihre Sprachkenntnisse weiterhin zu pflegen. So wird dieser, wenn auch nur sehr kurze Aufenthalt in Kiel, hoffentlich dafür sorgen, dass man sich auch an offizieller Stelle in Kobe weiterhin für unsere Schulpartnerschaft einsetzt.

 

Kathrin Bonn

Die Japaner waren da!

Konnichi wa, Hello, Hallo!

 Nach langem Warten und Kennenlernen per Email und Facebook kamen am Freitag, den 23. September 2011 mit einer Stunde Verspätung die Japanerinnen mit zwei begleitenden Lehrern in Hamburg am Flughafen an.

Am Montagmorgen sind wir zuerst einmal zurück nach Hamburg gefahren, diesmal allerdings um die Stadt zu besichtigen. Eineinhalb Stunden Zugfahrt, für uns Deutsche eine lange Zeit, für die Japanerinnen jedoch ganz normal, denn manche müssen sogar jeden Morgen so lange zur Schule fahren. Dort angekommen, haben wir zunächst eine kleine Sightseeing-Tour gemacht. Zu unserer Überraschung kamen wir bei unserem Besuch im Rathaus in den Genuss, eine kleine Ausstellung von “Support Japan” Bildern und Plakaten zu sehen. Ein kurzer Abstecher auf den Michel um Hamburg aus der Vogelperspektive zu sehen, danach sind wir zum Mittagessen in die Innenstadt gelaufen. Am liebsten gegessen wurde eindeutig Bratwurst mit Ketchup, aber auch Nudeln, Pommes und Kuchen standen ganz oben auf dieser Liste. Danach ein Eis - los ging es zum Mitbringsel-Shoppen. Mit Begeisterung haben die Japanerinnen bei Accessorize und Bijou Brigitte in den Läden gestanden. Natürlich durften auch die Souvenirs für sämtliche Verwandte und Freunde nicht fehlen. Besonders beliebt waren Edeka und Rossmann, deren Angebot aus Kosmetik und Süßigkeiten erneut leuchtende Augen hervorrief. Man munkelt, dass so manch einer dort mehr Geld ausgegeben hat als für den Flug...

Wichtig war auch, eine Menge Fotos zu machen, um diese dann mit den Daheimgebliebenen teilen zu können. Ichi, ni, san, chiizu (1,2,3, Cheese), mit peace-Zeichen, ohne peace-zeichen, Gruppenfotos, Fotos von der deutschen “Landschaft”, Aldi und den Hamburger Tauben - alles wurde geknipst und unsere Kamera-Speicherkarten waren schnell voll. Dank des überraschend schönen Wetters war jederzeit für eine tolle Belichtung gesorgt!

In den nächsten Tagen besuchten wir außerdem Lübeck, die Nordsee, machten eine schnelle Erkundungstour durch Kiel und waren in der Schule, um den japanischen Schülerinnen das deutsche Schulleben nahezubringen. Während dieser Woche hatten wir viele Möglichkeiten, unser Japanisch zu verfestigen. Auch die Japaner hatten vorgesorgt, und bewiesen ihre Deutschkenntnisse immer wieder: “Guten Morgen, Guten Appetit, Danke, Ich freue mich Sie kennenzulernen” waren nur einige der Sätze, die sie schon im Voraus gelernt hatten. Hat all das dann mal nicht gereicht, haben wir uns gut auf Englisch verständigen können.

Am Freitagabend sind wir alle zum Jubiläumsball der Humboldt-Schule gegangen. Dorthin haben sie Ihre Schuluniform angezogen, mussten sich für einen weitere Aufführung des von ihnen extra einstudierten Löwentanzes jedoch umziehen. Die aufwendigen Kostüme und die interessante Choreographie haben einigen Beifall bekommen! Dieser Abend war gleichzeitig unsere Abschiedsfeier, denn der nächste Tag war leider schon der Abreisetag.

Wir alle hatten eine unglaublich tolle, absolut wiederholenswerte Zeit und freuen uns schon darauf, eines Tages vielleicht auch mal nach Japan zu fahren!

 

Von: Johanna Haalck, Ronja Siebert